Nachruf CDD-Ehrenvorsitzender Wilfried Hömmerich

Liebe Drehorgelfreundinnen und Drehorgelfreunde,

Club Deutscher Drehorgelfreunde - Nachruf CDD-Ehrenvorsitzender Wilfried Hömmerich - Drehorgelclub CDD

nach längerer Krankheit hörte am 13. Dezember 2013 das Herz unseres Ehrenvorsitzenden Wilfried Hömmerich im Alter von 69 Jahren auf zu schlagen.

Er war ein Mann mit Visionen, war ununterbrochen mehr als ein Vierteljahrhundert die Seele des Club Deutscher Drehorgelfreunde e.V. und hat den CDD in der Zeit maßgeblich geprägt und ihn mit Erfolg zum größten Drehorgelclub Deutschlands geführt. In seiner unnachahmlichen Art hat er mit großem Geschick und Ausdauer sowie mit seiner unerschöpflichen Kreativität und seinem Durchsetzungsvermögen  dem Club Deutscher Drehorgelfreunde seinen Stempel aufgedrückt.

Für ihn war es immer sehr wichtig, daß der CDD eine Anlaufstelle für alle Drehorgelbegeisterte und alle Drehorgeltypen ist. Er machte sich stets stark für die Belange der Drehorgler und Drehorglerinnen und schuf somit für alle mit den unterschiedlichsten Kirmes-, Konzert- und Drehorgeln eine Heimat.

In diesem Sinne zeigte Wilfried Hömmerich außergewöhnlich großen Weitblick, in dem er schon lange vor der Deutschen Wiedervereinigung den Kontakt zu Drehorglern/-innen in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik knüpfte und diese völlig unbürokratisch in den CDD integrierte.

Seinen ersten Bezug zu den Kirmes- und Drehorgeln hatte Wilfried mit der Produktion von Schallplatten und dem damit verbundenen Kontakt zum Bonner Schausteller Rudolf Barth.  Mit dessen „größter transportablen Konzertorgel der Welt“, die allseits bekannte Carl-Frei-Konzert-Orgel, produzierte er die erste Schallplatte. Viele weitere Tonträger mit mechanischer Orgelmusik folgten. Gleichzeitig begleitete und bediente er diese Großorgel auf vielen Kirmessen und Jahrmärkten.

 

1979 wurde er Mitglied im CDD und direkt journalistisch aktiv mit einem Bericht im Club-Journal Nr. 12 (Appell an die Markt- und Platzmeister pro Großorgel).

Bereits auf der JHV 1980 stellte sich unser Wilfried der Verantwortung für den CDD und wurde zum Kassenwart gewählt. Sein erster sozial bezogener Vorschlag war die Beitragsbemessung von Ehepartnern auf halben Jahresbeitrag. Eine Wahlperiode weiter übernahm er im Jahre 1983 das neu geschaffene Amt des Pressewarts. Schon ein Jahr später wurde Wilfried im Jahre 1984 zum Vorsitzenden des Club Deutscher Drehorgelfreunde gewählt.

Immer wieder setzte er den CDD medienwirksam in Szene und weckte damit das Interesse der Medien und die Begeisterung in der Bevölkerung für die Drehorgel.

Viele große und kleinere Drehorgelfeste entstanden im In- und Ausland. Das von Wilfried Hömmerich aus der Taufe gehobene große Linzer-Drehorgelfest findet 2014 in Folge sogar zum 30. Mal statt. Aber auch nicht zu vergessen ist 1995 die gigantische Aktion anlässlich der Jahreshauptversammlung im Technik-Museum Speyer, wo sage und schreibe 223 Drehorgler unter dem Dirigat von Wilfried gemeinsam die Moritat „Mariechen saß weinend im Garten“ mit Drehorgel und Stimme intonierten. Das Klangbild war zwar nicht ganz unisono aber es reichte für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Sein souveränes und kompetentes Führen des CDD fand bei den nachfolgenden acht Vorstandswahlen seinen Niederschlag, indem er meist ohne Gegenkandidaten und Gegenstimmen von den Clubmitgliedern gewählt wurde und ihm damit das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen wurde.

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens ereilten ihn tiefgreifende Ereignisse, die ihn sehr getroffen haben. Das Ableben seines Sohnes Daniel und seiner Frau Liesel konnte er nie verwinden und sein Blick in die Zukunft rückte somit in weite Ferne.

Was bleibt, ist das Gedenken an einen ganz Großen in der Geschichte des Club Deutscher Drehorgelfreunde. Sein Anliegen – Der CDD ist die Heimat aller Drehorgler/-innen – sollte uns auch in Zukunft leiten gemäß seines Mottos:

Tschüß Wilfried,
alter Drehorgelfreund

Siggi Filter